Konventionelle Heizungen verbrennen Gas oder Öl, um damit das Heiz- und das Brauchwasser zu erwärmen. Wie viel Brennstoff sie benötigen, hängt primär vom Gebäude und der gewünschten Raumtemperatur ab. Als Faustregel gilt, dass ein Grad weniger Raumtemperatur etwa sechs Prozent Energieeinsparung bewirkt. Doch das geht zwangsläufig mit einem Komfortverlust einher.

Es gibt aber weitere Faktoren, die den Verbrauch der Heizung maßgeblich beeinflussen. Bis zu 30 Prozent Heizenergie lässt sich ganz ohne Komfortverlust einsparen. Hier schlummert also ein enormes Energiesparpotenzial, das sich heben lässt – einfach und kostenlos.

Es geht um die Einstellungen der Heizungsanlage, z.B. die Heizkurve oder die Warmwasserbereitung. In etwa 80% der Haushalte läuft die Heizung auf Werkseinstellung. Das funktioniert und es wird warm, aber auf Sparsamkeit sind diese Einstellungen nicht ausgelegt. Es lohnt sich, hier genauer hinzuschauen und Hand anzulegen.

Folgende Einstellungen sollten für einen energieeffizienten Betrieb der Heizungsanlage genauer betrachtet und an den persönlichen Bedarf angepasst werden:

  • Heizkurve: Sie bestimmt, auf welche Temperatur das Heizwasser erwärmt wird. Je niedriger die Heizkurve eingestellt ist, desto weniger Wärmeverluste entstehen.
  • Tagesheizgrenze: Schaltet die Heizung bei überschreiten einer bestimmten Außentemperatur ab. Besonders relevant im Frühjahr und Herbst, wo nur morgens und abends Heizbedarf besteht.
  • Sommer/Winter Heizgrenze: Eine korrekte Einstellung verhindert, dass die Heizung auch im Hochsommer in kühleren Nächten angeht.
  • Warmwassertemperatur: Es müssen nicht dauerhaft 60 °C zur Verfügung stehen. Weniger tut es auch, das Risiko für Legionellen steigt dadurch kaum.
  • Warmwasser Zirkulation: Bewirkt, dass am Zapfhahn jederzeit sofort warmes Wasser kommt. Das ist zwar angenehm, aber auch DIE Energieschleuder schlechthin. Sinnvollerweise läuft die Zirkulation nur zu festen Waschzeiten.
  • Warmwasser Hysterese: Regelt, aber welchem Temperaturverlust der Warmwasserspeicher nachgeladen wird. Meist wird der Speicher mehrmals täglich nachgeladen. Doch gerade im Sommer entstehen dabei jedesmal hohe Wärmeverluste, obwohl nur wenig warmes Wasser benötigt wird.
  • Speicherladetemperatur: Um 50°C Wassertemperatur zu erreichen, muss die Heizung nicht mit 70°C den Speicher laden. Das geht auch mit wesentlich geringerer Temperatur und mit weniger Verlusten – und dauert nur ein paar Minuten länger.

Der thermische Abgleich

Eine Heizung läuft dann besonders energieeffizient, wenn sie nur so viel Wärme erzeugt, wie auch benötigt wird. Leider sieht die Realität anders aus: Die meisten Heizungen sind so eingestellt, dass sie viel zu hohe Heizwassertemperaturen erzeugen. Damit die Räume nicht zu warm werden, regeln Thermostate an den Heizkörpern oder der Fußbodenheizung den Durchfluss des Heizwassers herunter. Das funktioniert zwar, die Räume halten die Temperatur. Aber die Heizung produziert unnötig viel und zu heißes Heizwasser, was den Energieverbrauch erhöht. Um das zu ändern, gibt es zwei Verfahren: Den hydraulischen Abgleich und den thermischen Abgleich.

  • Hydraulischer Abgleich: Passt die Heizwassertemperatur und den Durchfluss durch die einzelnen Räume auf vorab berechnete Werte an. Bei einem perfekt durchgeführtem hydraulischen Abgleich wird nur noch die Wärmemenge von der Heizung produziert, die auch benötigt wird. Gleichzeitig wird das Heizwasser bedarfsgerecht auf die einzelnen Räume verteilt.
  • Thermischer Abgleich: Genau wie beim hydraulischen Abgleich werden Heizwassertemperatur und Durchfluss bedarfsgerecht angepasst. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass der thermische Abgleich nicht berechnet wird, sondern durch messen der Temperatur in allen Räumen individuell eingestellt wird.

Während der hydraulische Abgleich aufwendig ist (Berechnung für jeden einzelnen Raum!) und nur vom Fachmann durchgeführt werden kann, ist der thermische Abgleich verhältnismäßig einfach selbst durchführbar.

Hier kannst du dir eine einfache Anleitung für den thermischen Abgleich herunterladen

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    Weiterführende Informationen

    Die am Klimatag des Bürgervereins vom 14.10.2023 zur Optimierung von Heizungsanlagen gehaltene Präsentation von Thomas Becker kannst du hier noch einmal ansehen.